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Report of UG Berlin by Stefan (UGA)

Spaß, Freude, Wissenserweiterung – und das ganze noch verfeinert mit einer ordentlichen Brise Verantwortungsbewusstsein. Das ist es, was die UG sein wollen. Und auch sind. Berlin hat heuer, 2008, an diesem Vorsatz ein Exempel statuiert. Anders als in den vergangenen Jahren trafen sich die Jugendlichen heuer im Jugenddorf am Mügglsee. Die Befürchtungen der Joung Voices, das überaus weitläufige Gelände und die im Vergleich zu den vorigen festivals weite Verstreuung der Schlafstätten schien zwar am ersten Tage Keim zu tragen, wurde danach jedoch sukkzesive von dem Gemeinschaftsgedanken den alle Teilnehmer in sich trugen, erstickt.

Die Vorstellung der einzelnen Nationen erfolgte im Innenhof des Köpennicker Rathauses und wurde vor allem durch die Organisatoren in Stimmung gehalten. Das soll jedoch den einzelnen Darbietungen deren Originellität keinesfalls absprechen. Die einzelnen Teilnehmer beschäftigten sich nur noch liebe mit ihren Kollegen. Die Lust am kommunikativen Austausch – was auch gut zum Thema „Communication“ passte! - kam auf, als wir unsere Quartiere bezogen. Als erste Aktion sei an dieser Stelle das Vorstellen der landestypischen Speisen erwähnt. In der Zubereitung von Speisen weder erfahren noch geübt, entschied die Österreichische Delegation einstimmig, die Zutaten für den Kaiserschmarrn anhand der 24 Eier zu eruieren. Die erste Schwierigkeit tat sich auf, als die Frage nach einem Mixer negativ beantwortet wurde und das Eiklar von den genannten zwei dutzend Eiern per Hand zu Schnee geschlagen werden musste. Entgegen dem Empfinden der Köche wurde der Schmarrn den wir produziert hatten jedoch als relativ gut eingestuft – es kam von deutscher Seite sogar die Bemerkung, dass sie sich jedes Jahr auf die österreichsichen Kochkünste freuen.

Durch das besprochene Problem mit dem Mixer verzögerte sich die Zubereitung bis in das letzte Drittel der Präsentation hinein. Von Gregor noch gebeten, nach dem Verzehr der auf Decken auf der großen, ausgebrannten Wiese unterhalb der Bungalows stattfand, Gitarre zu spielen, rannte ich von Stress gehetzt von der Küche in mein Bungalow um dann auf die Bühne zu starten. Auf dem Weg dorthin hörte ich noch, wie die österreichische Speise angekündigt wurde, mit der Bemerkung, kein Mitglied der österreichischen Delegation sei anwesend. Ich ging zu diesem Zeitpunkt gerade wie auf dem Presentierteller die lange Wiese hinunter. Natürlich bemerkten das die Joung Voices, riefen mir zu. Überrascht und etwas perplex ließ ich meine Gitarre fallen und rannte auf die Bühne, erklärte leicht außer Atem – auf Englisch! - was ein Kaiserscharrn ist. Obwohl Gregor die Erklärung noch etwas verfeinerte, kann man diese Aktion als ersten Plus Punkt für Österreich auf diesem Festival verzeichnen.

Die Workshops gestalteten sich als Tagesfüllend und ergiebig. Neben Taubstummensprache, Theater, Sport und noch anderen Gebieten wurde auch ein Musikworkshop zum Thema Communication angeboten. Die Vorstellung der österreichischen Delegation mit dem Song „Austria“ („And we want to play a song written by Fotzi...“ - danke Eva ;)) zeigte, dass ich mich für Musik interessiere, was Deani, die neben Rike diesen Workshop leitete, gleich zu Beginn dazu veranlasste mich zu bitten, dort teilzunehmen – was ich natürlich gerne tat. Den Hauptteil dieses Workshops machten Rythmusübungen aus, mit denen gezeigt wurde, dass jeder einen eigenen Rhythmus schaffen kann und, hat man sich erst auf ein „common-rythym“ geeinigt, jeder selbst seinen Input geben kann, ohne dem Gesamtergebnis zu sehr den eigenen Stempel aufzudrücken. Damit sehe ich auch das Ziel für das Thema Kommunikation erreicht.

Zur Auflockerung wurden auch Spiele eingestreut. Es wurde den Teilnehmern zur Aufgabe gestellt aus einem Kreis mit Hilfe von ca. einen Quadratmeter großen Teppichstücken in einen anderen zu gelangen, wobei jedesmal, wenn einer der Teilnehmer den Boden berührte, ein Stück konfisziert wurde. Dies führte zum Schluss hin zu lustigen Versuchen die von Am-Rücken-Tragen bis hin zu waaghalsigen Sprungmanövern reichten.

Als Gemeinschaftlichen Höhepunkt gilt wohl einstimmig das Body-Painting, bei dem sich 120 Jugendliche gegenseitig alle möglichen Farben und Formen gegenseitig auf die Körper drückten. Als hormonellen Zenit dieser Aktion kann man sicherlich das gemeinsame Abwaschen der Farben im See bezeichnen.

Neben all diesen Happenings im Camp kam jedoch auch die Stadt Berlin nicht zu kurz. Insgesamt drei Touren wurden angeboten – Sightseeing, Shoppen und Vorstadttour auf intelektuellem Niveau. Die Eindrücke davon zu schildern erscheint mir an dieser Stelle überflüssig, da die erste Zusammenängene Erinnerung erst wieder einsetzt, als wir alle zuammen zwei Stunden auf dem Boot fuhren – und schliefen.

Den wunderbaren Abschied einer wunderbaren Woche bildete die Präsentation der in den Workshop erarbeiteten Nummern.

Mit einem „Österreich grüßt Berlin“ und darauffolgendem „The Joker“ wurde der musikalische Teil von Fotzi – oder „Please call me Steve“ wie man mich im Norden seither nennt – eingeleitet und endete in einer riesigen Jamsession, getragen von dem erarbeiteten Lied „Yes – No“ das passend mit den Worten: „We say Yes to United Games!!!!!“ endete.

Ein gutes Essen direkt am Kietz und eine feucht-fröhliche Nacht ließen uns ale noch einmal die Erinnerungen an diese sechse Tage ordnen, was natürlich den Abschied nicht leichter machte.

Österreich muss sich etwas besonderes einfallen lassen um diese Woche toppen zu können – aber ich bin mir sicher, wir werden unsere schlummernden Potentiale auf dramatischste Weise zur Geltung bringen!


by Stefan Lotter

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